Ökologische Weinbauinformation 2019 - 7.5.2019



Lage: Frostschäden gab es am Sonntagmorgen an der Obermosel und in Franken. In anderen Gebieten wurden die Reben verschont. Wir gehen davon aus, dass trotz der eigentlich noch kommenden Eisheiligen (kalendarisch) keine Frostgefahr mehr besteht. In den nächsten Tagen steigen die Temperaturen moderat an. Aufgrund der tiefen Temperaturen kam die Entwicklung eher langsam voran. Niederschläge führten bisher nicht zu einer relevanten Durchfeuchtung des Bodens. Ab morgen kommt ein Regengebiet. Die Regenmengen scheinen sich nach bisherigen Voraussagen allerdings in Grenzen zu halten. Am Freitag sieht es nach einem regenfreien Tag aus, bevor es am Wochenende wieder regnen soll.

Pflanzenschutz
Kräuselmilbe, Blattgallmilbe:
Stand: Wo eine Behandlung notwendig ist, nur noch mit Netzschwefel behandeln. Sinnvoll ist, aus etablierten Anlagen Ausbrechtriebe in Anlagen zu verteilen, wo Kräuselmilbenschäden zu beobachten sind. Die Ausbreitung der Raubmilben erfolgt dadurch recht schnell, was vor allem den Befall im nächsten Jahr eindämmt.
Mittel: Netzschwefel 3,6 kg/ha (Thiovit)
Anwendung: Vor Knospenaufbruch. Bei Befall spätere Behandlung nur mit Netzschwefel im Rahmen der Oidiumbehandlung (Spritzabstände 10 Tage). Optimale Temperatur: ab 15 °C
Phomopsis:
In Anlagen mit stärkerem Vorjahresbefall (sichtbar am Aufreißen und Ausbleichen des Holzes und schwarze Pusteln, Nekrosen und Zerreißen der Blätter) wird empfohlen, zur Vermeidung von ersten Infektionen vor erwarteten längeren Nässeperioden eine Behandlung mit Netzschwefel (Microthiol WG) durchzuführen.
In Anlagen mit hohem Befall kann es sinnvoll sein, noch vor den Niederschlägen am Samstag zu behandeln. Ansonsten kann eine Behandlung mit der anstehenden Oidumbehandlung nächste Woche erfolgen. Im nächsten Jahr solche Anlagen bevorzugt früh nach Erscheinen des ersten Grüns behandeln.
Oidium:
Stand: In gefährdeten Anlagen mit Vorjahresbefall empfiehlt sich ein früher Beginn mit Netzschwefel ab etwa 3-Blatt-Stadium. Bisher war die Gefahr aufgrund der tiefen Temperaturen noch gering. Unproblematische Anlagen etwa ab 6-Blatt-Stadium behandeln.
Mittel: Netzschwefel: 3,6 kg/ha (Thiovit) bis 5 kg/ha (mit Stulln)
Peronospora:
Stand: Die Wintersporen (Oosporen) sind über Winter gereift und keimbereit. Damit sie keimen, muss eine ausreichende Bodenfeuchte vorhanden sein mit Temperaturen von 8 bis 10 °C im Oberboden. Ab morgen kommt es voraussichtlich zu einer Durchfeuchtung des Bodens. Wenn die Temperaturen steigen und es am Wochenende wieder regnet, könnten erste Primärinfektionen stattfinden, auch wenn die Bedingungen aufgrund der immer noch recht tiefen Temperaturen nicht besonders gut sind.
Mittel: Kupfer: 100 g/ha



Beate.Fader@dlr.rlp.de     www.Oekolandbau.rlp.de drucken