ökologsiche Weinbaubauinformation vom 03.06.2019



Lage: Nach dem Mai, der das erste Mal seit 2010 um knapp 2 °C zu kühl ausgefallen war und dem damit verbundenen langsamen Wachstum der Reben, kann man seit Donnerstag den Reben praktisch beim Wachsen zusehen. Zurzeit gibt es einen rasanten Entwicklungsschub und in gut entwickelten Anlagen ist das Stadium 57 („Einzelblüten spreizen sich ab“) erreicht. In frühen Lagen wird bei der prognostizierten Wetterlage die Blüte Anfang nächster Woche beginnen. In späteren Regionen etwa Mitte Juni. Der Blattzuwachs beträgt gut 2 Blätter in der Woche. Ab etwa 13 Blättern beginnt die Rebblüte.
In dieser Woche ist es bis Mittwoch sehr heiß. Am Donnerstag kühlt es ab und es sind Gewitter gemeldet. Wo und wieviel es regnet, ist wie immer nicht vorauszusehen. Pflanzenschutz entsprechend kurzfristig anpassen.
Aufgrund der ausreichenden Niederschläge im Mai ist die Wasserversorgung zurzeit gut. Trotzdem sollte jetzt auf wasserschonende Bearbeitung umgeschaltet werden und jede zweite Gasse zumindest grob gestört werden (falls noch nicht geschehen), damit bei einsetzender Trockenheit noch mit einer offenen Bodenbearbeitung reagiert werden kann. Sollte es sehr feucht werden, wachsen diese Gänge auch wieder schnell zu.
Entwicklungsstadium: ES 16 bis ES 57 (Sechsblattstadium bis „Einzelblüten spreizen sich ab“)

Pflanzenschutz
Oidium:
Stand: Der Echte Mehltau sollte nicht unterschätzt werden. Die Bedingungen sind optimal. Bei dem schnellen Wachstum muss ein wöchentlicher Belag mit Netzschwefel eingehalten werden. Das empfindliche Blütestadium naht und alles, was jetzt eingedämmt werden kann, entspannt die Lage später. Schwefelmenge je nach Entwicklung der Anlagen und Empfindlichkeit der Rebsorten bzw. Lagengefährdung anpassen.
Vorsicht: Bei 30 °C und mehr kann es zu Verbrennungen der jungen Blätter kommen. Ein Zusatz von Netzmittel ist bei reinem Netzschwefeleinsatz ohne Bicarbonat nicht notwendig.
Mittel: Netzschwefel (Thiovit, Kumulus): 4,2 kg/ha, Stulln: 5 kg/ha, Microthiol WG: 6 kg/ha

Peronospora:
Stand: Ganz vereinzelt gibt es Meldungen von Ölflecken aus Senken mit früh entwickelten Anlagen der Bodeninfektion am 11.5. Bisher wurden noch keine Ölflecke der Bodeninfektionen vom 21.5. entdeckt bzw. gemeldet. Die Lage ist also weiterhin entspannt. Allerdings sollte der Kupferbelag weiterhin gehalten werden. Der Zuwachs ist hoch und bei hintereinander folgenden Gewittern kommt es rasch zu weiteren Infektionen, bzw. nicht entdeckte Erstinfektionen bringen dann eine schnelle Ausbreitung der Infektionen. Die Gescheine sind zurzeit hoch anfällig!
Mittel: Kupfer: 150 g bis 200 g reinCu /ha je nach Entwicklungsstadium



Beate.Fader@dlr.rlp.de      drucken nach oben