Ökologische Weinbauinformation 2019 - 2.5.2019

Stand: 05/02/2019


Arbeitshinweise (4)

Rebentwicklung
Lage: Die Reben sind durchschnittlich etwa im 3- bis 5-Blattstadium und die Entwicklung geht zurzeit aufgrund der Temperaturen eher langsam voran. Die Niederschläge blieben hinter den Erwartungen zurück, was die Wasserversorgungssituation nicht verbessert, aber auch bisher nicht zu einer Gefahr durch Peronospora geführt hat.
Am Wochenende wird es kalt mit Bodenfrostgefahr am Sonntag- bzw. Montagmorgen. Wo noch hoch gewachsene Begrünungen vorhanden sind, sollten diese noch vorher gewalzt oder gemulcht werden. Keine offene Bodenbearbeitung vor drohendem Bodenfrost vornehmen.
In der nächsten Woche steigen die Temperaturen und es kann zu Gewittern kommen.

Pflanzenschutz
Kräuselmilbe, Blattgallmilbe:
Stand: Wo eine Behandlung notwendig ist, nur noch mit Netzschwefel behandeln. Sinnvoll ist, aus etablierten Anlagen Ausbrechtriebe in Anlagen zu verteilen, wo Kräuselmilbenschäden zu beobachten sind. Die Ausbreitung der Raubmilben erfolgt dadurch recht schnell, was vor allem den Befall im nächsten Jahr eindämmt.
Mittel: Netzschwefel 3,6 kg/ha (Thiovit)
Anwendung: Vor Knospenaufbruch. Bei Befall spätere Behandlung nur mit Netzschwefel im Rahmen der Oidiumbehandlung (Spritzabstände 10 Tage). Optimale Temperatur: ab 15 °C
Phomopsis:
In Anlagen mit stärkerem Vorjahresbefall (sichtbar am Aufreißen und Ausbleichen des Holzes und schwarze Pusteln, Nekrosen und Zerreißen der Blätter) wird empfohlen, zur Vermeidung von ersten Infektionen vor erwarteten längeren Nässeperioden eine Behandlung mit Netzschwefel (Microthiol WG) durchzuführen.
In Anlagen mit hohem Befall kann es sinnvoll sein, noch vor den Niederschlägen am Samstag zu behandeln. Ansonsten kann eine Behandlung mit der anstehenden Oidumbehandlung nächste Woche erfolgen. Im nächsten Jahr solche Anlagen bevorzugt früh nach Erscheinen des ersten Grüns behandeln.
Oidium:
Stand: In gefährdeten Anlagen mit Vorjahresbefall empfiehlt sich ein früher Beginn mit Netzschwefel ab etwa 3-Blatt-Stadium. Aufgrund der angesagten tiefen Temperaturen am kommenden Wochenende kann eine Behandlung auf Anfang nächster Woche verschoben werden. Unproblematische Anlagen spätestens ab 6-Blatt-Stadium behandeln.
Mittel: Netzschwefel: 3,6 kg/ha (Thiovit) bis 5 kg/ha (mit Stulln)
Peronospora:
Stand: Die Wintersporen (Oosporen) sind über Winter gereift und keimbereit. Damit sie keimen, muss eine ausreichende Bodenfeuchte vorhanden sein mit Temperaturen von 8 bis 10 °C im Oberboden. Bisher haben die Bedingungen für eine Keimung noch nicht ausgereicht. Am Samstag sind Niederschläge gemeldet. Hierbei wird es aber noch nicht zu einer Bodeninfektion kommen. Eine erste Behandlung mit Kupfer kann Anfang der nächsten Woche sinnvoll sein, je nachdem wieviel es am Wochenende regnet und wann die nächsten Niederschläge gemeldet werden.
Mittel: Kupfer: 100 g/ha


Wildverbiss:
Ein zulässiges Produkt ist Trico auf Basis von Schafsfett. Maximal 2 Anwendungen ab 3-Blattstadium bis Blüte sind zulässig. Eine Behandlung der Randreihen bzw. ersten Stöcke oder der Reihen in Richtung Wald bzw. Heckengelände kann ausreichend sein. Außer es handelt sich um ein etabliertes Durchzugsgebiet.
Mittel: 10 - 15 l/ha in 50 – 75 l Wasser (gute Benetzung wichtig, Junganlagen am besten mit Rückenspritze)



Beate.Fader@dlr.rlp.de     www.Oekolandbau.rlp.de drucken nach oben