Ökologische Weinbauinformation vom 27.05.2019



Arbeitshinweise (8)

Rebentwicklung
Lage: Die Reben entwickeln sich stetig weiter, auch wenn aufgrund der immer noch mäßigen Temperaturen kein Turbowachstum angesagt ist. Wir rechnen frühestens Mitte Juni mit der Rebblüte. Dies entspricht etwa dem langjährigen Mittel und dem Jahr 2016. Letztes Jahr war die Entwicklung etwa 12 Tage vor diesem Jahr. Die Wasserversorgung ist inzwischen ausreichend.
In dieser Woche herrscht eine ungewisse Wetterlage und es wird nochmal kühler. Regenschauer sind gemeldet, allerdings nicht mit großen Regenmengen. Regional könnte es sogar weitgehend trocken bleiben. Gegen Ende der Woche steigen die Temperaturen. Ein stabiles Hoch scheint sich aber nicht anzukündigen.
Entwicklungsstadium: ES 15 bis ES 18 (Fünf- bis Achtblattstadium)

Pflanzenschutz
Oidium:
Stand: Oidium hat zurzeit gute Bedingungen. Eine regelmäßige Abdeckung sorgt für die Bekämpfung früher Infektionen, die noch schwer zu sehen sind (kleine aufgehellte Flecke an unteren Blättern). Damit nimmt man sich den Druck in der weiteren Entwicklung und zum empfindlichen Stadium der Rebblüte. Schwefelaufwandmenge je nach Entwicklungsstadium und Empfindlichkeit bzw. Zeigertriebfunde.
Mittel: Netzschwefel (Thiovit, Kumulus): 3,6 kg/ha (4,2 kg/ha bei weit entwickelten Anlagen), 5 kg/ha (Stulln), 6 kg/ha Microthiol WG

Peronospora:
Stand: Die erste angezeigte Bodeninfektion am 11.5. hat anscheinend nicht stattgefunden. Bisher konnten keine Ölflecke beobachtet werden. Damit fanden bei den leichten Schauern Ende letzter Woche auch keine Sekundärinfektionen statt. Die (recht sicheren) Bodeninfektionen vom 21.5. werden am Mittwoch/Donnerstag sichtbar. Bei den bisher angekündigten Regenmengen rechnen wir zurzeit nicht mit weiteren Bodeninfektionen. Für Sekundärinfektionen (aus den bald sichtbaren Primärinfektionen vom 21.5.) reichen aber leichte Niederschläge oder Tau über Nacht aus.
Eine regelmäßige Abdeckung des Zuwaches mit Kupfer sollte fortgeführt werden.
Mittel: Kupfer: 150 g bis 200 g reinCu /ha je nach Entwicklungsstadium




Beate.Fader@dlr.rlp.de      drucken nach oben