Struktur der Milchviehbetriebe (Referenzmengen) im Dienstbezirk
des DLR Westerwald-Osteifel 2014

Stand: 10/15/2014
Autor: Detlef Groß, DLR Westerwald-Osteifel






Auch in den vergangenen Jahren ist die Anzahl landwirtschaftlicher Betriebe zurückgegangen, während die verbleibenden deutlich mehr Fläche bewirtschaften, mehr Vieh halten und über höhere Referenzmengen verfügen.
Im April 2014 lieferten nach Angaben des Ministeriums für Umwelt, Landwirtschaft, Ernährung, Weinbau und Forsten noch 457 Milchviehbetriebe im Dienstbezirk des DLR Westerwald-Osteifel Milch an Molkereien.







Dabei handelt es sich um die Molkereien Arla/ Milch-Union Hocheifel, Hochwald, FrieslandCampina und Schwälbchen sowie um die Upländer Bauernmolkerei, die Molkerei Söbbecke und die Milchwerke Oberfranken. Landesweit wurden noch 1.954 Milchviehbetriebe gezählt.
Die Milchviehbetriebe im Dienstbezirk verfügten im April 2014 über Referenzmengen (Milchlieferrechte) von insgesamt 181 Millionen kg, das entspricht knapp 22 % der Landes-Referenzmenge.





Bei einer durchschnittlichen Liefermenge von 396.505 kg je Betrieb - das sind rund 30.000 kg mehr als vor 2 Jahren - ist eine klare Differenzierung zu erkennen:
Während von den 457 Milchlieferanten noch 233 Betriebe weniger als 300.000 kg Referenzmenge haben, verfügen die 119 Betriebe mit einer Referenzmenge von mehr als 500.000 kg im Mittel über 907.000 kg! Diese 119 Betriebe ermelken 59 % der Milch im Dienstbezirk.




Dabei ist die Struktur in den einzelnen Landkreisen des Dienstbezirkes sehr unterschiedlich. Z.B. erzeugen in den Kreisen Neuwied und Altenkirchen die Betriebe mit mehr als 500.000 kg Referenzmenge nur 43% bzw. 44% der gesamten Milch aus diesen Kreisen und die durchschnittliche Referenzmenge je Betrieb liegt bei nur 325.866 kg bzw. 330.493 kg.

Hingegen befinden sich im Westerwaldkreis 78% der Referenzmengen in den Betrieben mit mehr als 500.000 kg. Allein die 23 Betriebe im Westerwaldkreis mit mehr als 700.000 kg erzeugen 66% der Milch im Kreis! Im Durchschnitt verfügt hier jeder Betrieb über 546.502 kg. Dies zeigt die sehr gute Struktur der Milchviehbetriebe im Westerwaldkreis auf, die auch im landes- und bundesweiten Vergleich zu den besten zählt. Zum Vergleich: Im Land Rheinland-Pfalz verfügten die Milchvieh-Betriebe über durchschnittlich 429.961 kg Referenzmenge und die Betriebe über 500.000 kg ermelken im Jahr 2014 64% der gesamten Milch. Der Schwerpunkt der Milchproduktion liegt nach wie vor in der Eifel, so werden alleine in den Landkreisen Bitburg-Prüm und Daun - (diese heißen jetzt: Eifelkreis und Vulkaneifelkreis – in überdurchschnittlich großen Betrieben zusammen rund 407 Millionen kg erzeugt, also knapp die Hälfte der Landesmenge.

1994 gab es in Rheinland-Pfalz 470 Betriebe mit mehr als 300.000 kg Referenzmenge, davon 121 im Dienstbezirk des DLR Westerwald-Osteifel. 20 Jahre später - im Jahr 2014 waren dies landesweit 1.071 Betriebe, davon 224 im Dienstbezirk. Von den 326 Betrieben in Rheinland-Pfalz, die 2014 über mehr als 700.000 kg Referenzmenge verfügen, hatten 59 Betriebe ihren Sitz im Dienstbezirk.

In den Jahren bis 2007 sind innerhalb von Rheinland-Pfalz erhebliche Milchquoten in die Eifel „geflossen“, deutlich abgenommen hat damals die Milchquote in der Pfalz, hier vor allem in den Kreisen Kaiserslautern und Donnersberg, sowie im Hunsrück in den Kreisen Rhein-Hunsrück, Birkenfeld und Bad Kreuznach. Im Dienstbezirk des DLR Westerwald-Osteifel hat die Milchreferenzmenge seit 1994 bis 2007 nur leicht abgenommen und nimmt seitdem wieder zu. Vor allem die Kreise Rhein-Lahn und Neuwied haben erheblich an Milchquote verloren, während besonders im Westerwaldkreis, aber auch im Kreis Mayen-Koblenz eine deutliche Zunahme zu verzeichnen ist.

Bedingt durch das Auslaufen der Milchquotenregelung und der in einigen der letzten Jahre mögliche abgabenfreie Überlieferung sind jedoch Referenzmenge und tatsächliche Anlieferung in etlichen Betrieben nicht mehr so nah beieinander wie früher.

Die Grafik zeigt die Verteilung der Milchreferenzmengen für das DLR Westerwald-Osteifel. Die entsprechenden Grafiken für jeden Landkreis finden Sie auf unseren Internet-Seiten www.dlr-westerwald-osteifel.rlp.de unter Tierhaltung – Rinder – Management.

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