Reiswaffeln – ein gesunder Snack für Zwischendurch?

Wenn sich Eltern mit ihren Kleinsten auf den Weg machen und zum Spielplatz oder Einkaufen gehen, dann sind Reiswaffeln oft mit dabei. Als Notfallpackung für den kleinen Hunger zwischendurch sind sie ein willkommener Begleiter. Sie sind bei Eltern und Kindern gleichermaßen beliebt, denn sie sind praktisch, leicht für kleine Hände zu greifen, kleben und schmieren nicht und sind lange haltbar. Und sie werden gerne genommen, wenn die ersten Zähne kommen. Die Kinder lieben das Knuspern und Knistern beim Reinbeißen und krümeln gerne die gepressten Waffeln in ihre Einzelteile.

Meist haben Reiswaffeln wenig Geschmack, man bekommt sie aber auch in mehreren Geschmacksvarianten und kann sie mit einem beliebigen Aufstrich versehen oder mit Wurst und Käse belegen.
Reiswaffeln, ebenso wie andere Reisprodukte, enthalten von Natur aus kein Gluten und sind damit eine Alternative für Menschen mit Zöliakie (Glutenunverträglichkeit).

Reiswaffeln sind äußerst beliebt – keine Frage.

Sie können jedoch mit Schadstoffen wie Arsen oder Acrylamid belastet sein. Entsprechende Untersuchungen beispielsweise von der Zeitschrift Ökotest haben dies bereits vor einigen Jahren gezeigt. Untersuchungen der für die Lebensmittelüberwachung zuständigen Behörden der Bundesländer haben gleichfalls ergeben, dass Reis und Reisprodukte wie Reiswaffeln oder Reisbrei für Kleinkinder relativ hohe Gehalte an anorganischem Arsen enthalten können.

Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage: Wie sollen sich Eltern verhalten? Können sie ihren Kindern weiterhin Reiswaffeln und Co. geben? Sind Reisprodukte eine gute Alternative für Menschen mit Zöliakie?


Schadstoffe in Reiswaffeln

Acrylamid

Acrylamid entsteht bei starker Erhitzung, wie beispielsweise beim Frittier-, Brat- und Backprozess von bestimmten eiweiß- und stärkehaltigen Lebensmitteln während des Produktionsprozesses. Betroffen ist auch Reis wegen seines Gehaltes an Stärke und Eiweiß.
Reiswaffeln werden ähnlich wie Popcorn hergestellt. Alle benötigten Zutaten werden vermischt und in eine runde Spezial-Backform gegeben. Durch Hitze dehnt sich die im Korn enthaltene Feuchtigkeit aus, bis die Reiskörner platzen. Reis enthält Stärke und Eiweiß. Die austretende Stärke verklebt alle Zutaten miteinander. Die hohen Temperaturen beim Backprozesses der Waffeln sind in Verbindung mit dem Eiweiß- und Stärkegehalt sowie dem geringen Wassergehalt der Reiswaffeln gute Voraussetzungen, dass sich Acrylamid bilden kann. Durch Optimierung von Produktionsprozessen konnten die Acrylamid-Gehalte in Reiswaffeln in den letzten Jahren jedoch reduziert werden.

Arsen

Reis enthält mehr Arsen als andere Getreidearten. Gesundheitlich problematisch sind vor allem anorganische Arsenverbindungen. Deren chronische Aufnahme in geringen Mengen kann Nerven und Gefäße schädigen und das Krebsrisiko erhöhen. Die relativ hohen Arsengehalte in Reis und Reisprodukten haben verschiedene Ursachen. Gründe sind die zum Teil hohen Arsengehalte des Bodens und des Wassers in den Anbauregionen. Die Anbaumethode spielt eine Rolle: Wie andere Pflanzen nimmt die Reispflanze Arsenverbindungen über die Wurzeln auf, welche dann über den Stoffwechsel der Pflanze auch in die Reiskörner gelangen. Reis wird oft auf gefluteten Feldern angebaut. Unter diesen anaeroben Bedingungen des Bodens steigt die Arsenverfügbarkeit im Boden und damit letztendlich auch der Gehalt im Korn. Die Sorten und die Verarbeitung beeinflussen den Gehalt. Arsen wird vorzugsweise in den Randschichten des Reiskorns gespeichert, so dass Vollkornreis im Durchschnitt höhere Arsengehalte aufweist als geschälter Reis. Reiswaffeln enthalten oft mehr Arsen als andere Reisprodukte. Das kann möglicherweise daran liegen, dass beim Aufpuffen Wasser entzogen wird und damit die Konzentration in der Waffel steigt.

Seit 01. Januar 2016 gelten europäische Höchstwerte für anorganisches Arsen in Reiserzeugnissen (Angaben in mg/ kg):

  • Geschliffener Reis, nicht parboiled (polierter oder weißer Reis)
0,20
  • Parboiled-Reis und geschälter Reis
0,25
  • Reiskekse, Reiswaffeln, Reiskräcker und Reiskuchen
0,30
  • Reis für die Herstellung von Lebensmitteln für Säuglinge und Kleinkinder
0,10

Quelle: Anhang zur Verordnung (EU) 2015/1006 vom 25. Juni 2015 zur Änderung der Verordnung (EG) Nr. 1881/2006 (Hinweis: EU- Kontaminanten-Verordnung) hinsichtlich der Höchstgehalte für anorganisches Arsen in Lebensmitteln

Die deutschen Reismühlen bemühen sich seit einigen Jahren erfolgreich, die Arsenbelastung im Reiserzeugnissen und auch in reisbasierter Säuglings- und Kleinkindernahrung zu verringern.
Gleichwohl scheint es schwierig zu sein, die Höchstwerte für Säuglinge und Kleinkinder einzuhalten.


Reiswaffeln & Co. – kein Snack für jeden Tag

Wie so oft liegt die Wahrheit in der Mitte.

Reis ist ein wertvolles Lebensmittel. Er enthält wichtige Inhaltsstoffe wie komplexe Kohlenhydrate, Eiweiß und B-Vitamine.
Ab und an Reis als Sättigungsbeilage zur warmen Hauptmahlzeit bietet Abwechslung im Speiseplan und ist unproblematisch.

Reis ist glutenfrei. Er ist von daher eine Alternative für Menschen mit Zöliakie, Weizenallergie oder Weizensensitivität. Reis und Reisprodukte sollten jedoch nicht bevorzugt gegessen werden, sondern in guter Abwechslung mit anderen glutenfreien Getreidearten (bzw. Pseudogetreiden) wie Hirse, Mais, Amaranth oder Quinoa.

Ebenso spricht nichts dagegen, wenn Kinder ab und zu Reiswaffeln zum Knabbern für Zwischendurch bekommen. Hier gibt es aber auch gute Alternativen wie Mais- oder Hirsewaffeln, auch Zwieback und ähnliches. Sehr viel besser geeignet, den kleinen Hunger zwischendurch zu stillen, sind allerdings Obst- und Gemüsestückchen oder eine kleine Scheibe Brot dünn mit Butter oder Frischkäse bestrichen.
Wichtig ist, dass Kinder nicht an ständiges Knabbern gewöhnt werden, wodurch ein falsches Essverhalten gefördert werden könnte. Ideal sind feste Essgewohnheiten mit drei Hauptmahlzeiten sowie je einer Zwischenmahlzeit morgens und nachmittags.


Quellen und weitere Informationen





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