Pflanzenschutz - Maßnahmen

Die Trespen gewinnen in den vergangenen Jahren immer mehr an Bedeutung. Die im Rahmen der Resistenzvorbeugung bei Ackerfuchsschwanz und Windhalm empfohlenen Herbizideinsätze im Herbst, und hier vor allem im Vorauflauf erfassen die verschiedenen Trespenarten nicht, oder nur unzureichend. Während in Winterweizen, Triticale und Roggen mit Broadway oder Atlantis noch eine sichere Bekämpfung möglich ist, gibt es in Wintergerste keine Möglichkeit Trespen chemisch zu bekämpfen. Hier bleibt nur die Möglichkeit, über ackerbauliche Maßnahmen den Besatz so weit es geht zu reduzieren. Jedoch genügt es dabei meist nicht, sich auf eine Maßnahme zu verlassen. Vielmehr führt nur die konsequente Anwendung aller ackerbaulichen Möglichkeiten zum Erfolg. Dazu zählen insbesondere folgende Maßnahmen:
  • Feldrandhygiene. Das Aussamen von Trespen am Feldrand muss vermieden werden
  • frühzeitige flache Stoppelbearbeitung (max. 2-3 cm)
  • mehrmaliges Bearbeiten der Fläche, wobei bei jedem Arbeitsgang etwas tiefer gearbeitet wird
  • spätere Aussaat, wobei diese Maßnahme in Wintergerste nur bedingt anwendbar ist, da das optimale Saatzeitfenster bei Wintergerste sehr klein ist. Saaten nach dem 5. Oktober fallen ertraglich meist sehr stark ab.
  • Die wohl effektivste pflanzenbauliche Maßnahme stellt die Pflugfurche dar. Trespen keimen nur aus sehr flachen Bodenschichten bis ca. 3 cm. Tiefer liegende Samen keimen nicht und überdauern dort nur wenige Jahre. Bei der Pflugfurche ist jedoch zu beachten, dass diese "sauber" erfolgt. Beim Pflügen muss darauf geachtet werden, dass der lockere Oberboden, der durch die mehrmalige Stoppelbearbeitung entstanden ist, möglichst tief vergraben wird. Auf keinen Fall darf lockere Erde von der Bodenoberfläche auf die bereits gepflügte Fläche fliegen. Die hierin enthaltenen Trespensamen finden auf der Pflugfurche optimale Keimbedingungen.  Dies wird am effektivsten durch den Einsatz von Vorschälern oder Dungeinlegern verhindert. Zudem muss beim Pflügen auf eine langsame Fahrgeschwindigkeit geachtet werden. Gerade wenn die Bedingungen beim Pflügen sehr gut sind, wird oft zu schnell gefahren, wodurch der lockere Boden von der Oberfläche auf das bereits gepflügte Land geschleudert wird.
  • Scheinsaat. Auch die Saatbeetbereitung ca. 1-2 Wochen vor der eigentlichen Aussaat führt unter günstigen Bedingungen (Niederschläge) zum Keimen und Auflaufen von Ungräsern, die dann durch die Aussaat des Wintergetreides mechanisch bekämpft werden. Sollten die Ungräser bis zur Aussaat bereits zu groß geworden und die Witterungsbedingungen feucht sein, sollte vor der Saat mit einem nicht selektiven Herbizid der entstandene Bewuchs beseitigt werden.


-------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Weitere tagesaktuelle Informationen aus Rheinland-Pfalz finden Sie hier: www.isip.de

TIPP: "Warndienstabonennten wissen mehr" - den Warndienst, das Wetterfax und e-mail für Pflanzenbau und Pflanzenschutz und den umfassendem Zugang zum isip-Portal erhalten Sie unter:

Ulrich Noeth

Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum
Rheinhessen-Nahe-Hunsrück
Rüdesheimer Str. 60 - 68
55545 Bad Kreuznach


Tel: 06 71 / 820-437
E-Mail:
ulrich.noeth@dlr.rlp.de






uwe.preiss@dlr.rlp.de     www.Pflanzenschutz.rlp.de drucken nach oben