Newsletter 1/ 2019

Stand: 02/28/2019
Newsletter der Ernährungsberatung Rheinland-Pfalz (1/ 2019)
http://www.ernaehrungsberatung.rlp.de

Übersicht:
  1. Darmflora - pflegen und verstehen
  2. Neue Referenzwerte für die Vitamin B12-Zufuhr
  3. Kinderlebensmittel im Blickpunkt
  4. Für Sie gelesen: Die Vollkostenrechnung. Wie teuer sind unsere Lebensmittel wirklich?
  5. Bedrohte Nutztierrassen in Deutschland
  6. Rezept des Monats: Sülze, hausgemacht
  7. Veranstaltungen der Ernährungsberatung Rheinland-Pfalz

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1. Darmflora - pflegen und verstehen
In unserem Darm leben verschiedenste mikrobielle Organismen wie Bakterien und Pilze sowie Viren, die zusammen die intestinale Mikrobiota bilden, auch als Darmflora bezeichnet. Der Darm ist das Zuhause von 100 Billionen Darmmikroben. Das sind so viele, dass sie zusammen zwei Kilogramm wiegen. Die meisten dieser Bewohner halten sich im Dickdarm auf. Dort gelangt alles hin, was im Dünndarm nicht verwertet und in den Körper aufgenommen werden konnte. Die dort lebenden Mikroorganismen „essen“ diese Reste und produzieren dabei Fettsäuren und Vitamine und setzen Mineralstoffe frei. Die Menge, die die Darmflora an nützlichen Dingen für ihren menschlichen Wirt produziert, ist so groß, dass die westliche Ernährung zu 90 Prozent aus dem besteht, was der Mensch täglich isst und zu zehn Prozent, was die Bakterien täglich bilden und „zufüttern".

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2. Neue Referenzwerte für die Vitamin B12-Zufuhr
Die Referenzwerte für die Vitamin B12-Zufuhr wurden im Dezember 2018 deutlich angehoben. Auf der Basis von Studienergebnissen haben die Ernährungsgesellschaften aus Deutschland (DGE), Österreich (ÖGE) und der Schweiz (SGE) die neuen Werte abgeleitet, die rund ein Drittel über den bislang geltenden Empfehlungen liegen.

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3. Kinderlebensmittel im Blickpunkt
Wer kennt sie nicht, die Bärchenwurst, Kinderschokolade, Dinosuppe oder Fruchtzwerge? Oft versprechen diese Produkte eine extra Portion Milch oder enthalten Zugaben von Vitaminen und Mineralstoffen. Glaubt man der Werbung, so brauchen Kinder diese, auf ihre Bedürfnisse zugeschnittenen Lebensmittel. Sie erwecken den Anschein, besonders gesund und wertvoll zu sein. Wer möchte da nicht zugreifen, denn man will für seine Kinder schließlich nur das Beste. Außerdem „fahren Kinder total ab“ auf diese speziell für sie kreierten Produkte.
Doch halten diese sogenannten Kinderlebensmittel das, was sie versprechen? Können unsere normalen Grundnahrungsmittel diese Ansprüche nicht auch erfüllen?

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4. Für Sie gelesen: Die Vollkostenrechnung. Wie teuer sind unsere Lebensmittel wirklich?
(BZFE) Prinz Charles engagiert sich dafür und die niederländische Königin Maxima, Forschungseinrichtungen, Wirtschaftsprüfer und die Vereinten Nationen. Sie alle interessiert die Frage: „Was kosten unsere Lebensmittel wirklich, wenn man alles zusammenrechnet, auch die Auswirkungen auf Umwelt- und Gesundheit?“ Solche Berechnungen sind komplex und die Ergebnisse können nur Abschätzungen sein. Sie werden jedoch immer genauer, weil sich mehr und mehr Forschungsgruppen damit beschäftigen.
Sicher ist: Unsere Lebensmittel sind in Wahrheit viel teurer, als das Preisschild vermuten lässt. Verbraucherinnen und Verbraucher bezahlen ihre Lebensmittel sogar zweimal, fand ein britisches Gutachten heraus: Einmal an der Ladentheke und ein zweites Mal indirekt, auf Wegen, von denen sie überhaupt nichts ahnen. Das sind zum Beispiel Gesundheitsschäden durch Stickoxide, der Verlust der Artenvielfalt, das Insektensterben, Grundwasserbelastung oder Klimawandel. „Diese Kosten stehen nicht auf dem Preisschild“, heißt es in dem Gutachten „The Hidden Cost of UK Food“ („Die versteckten Kosten der britischen Lebensmittel“). Es wurde vom Sustainable Food Trust in Auftrag gegeben, einer Stiftung, die sich für ein nachhaltiges globales Ernährungssystem einsetzt.
Was ist das Problem, wenn die wahren Kosten nicht sichtbar sind? Sie scheinen günstiger, als sie eigentlich sind. Wir kaufen automatisch mehr davon. So kommt es, dass immer mehr Lebensmittel produziert werden, die uns in Wahrheit teuer zu stehen kommen. Volkswirte sprechen in diesem Fall von Preis- und Marktverzerrungen.
Der „True-Cost Ansatz“ wird auch von großen Konzernen befürwortet. So sagte Duncan Pollard, verantwortlich für Nachhaltigkeit bei Nestlé, bei der Veröffentlichung des britischen Berichtes: „Die Einführung einer wahren Kostenberechnung in die Landwirtschaftspolitik könnte Unternehmen helfen, fundierte Entscheidungen zu treffen, um die Wirkungen ihres Handelns zu bewerten und auch zu steuern.“ Auch Wirtschaftsprüfungsgesellschaften wie Deloitte, Ernst & Young, KPMG und Pricewaterhouse Coopers arbeiten an dem Thema. Sie haben festgestellt, dass eine Unternehmensbilanz nicht vollständig ist, wenn sie gesellschaftliche und ökologische Schäden ausblendet.
Sicher ist auch: Die Landwirtschaft allein kann die Transformation zu einem nachhaltigen Ernährungs- und Landwirtschaftssystem nicht bewältigen. „Es mag so wirken, als ob wir die Lebensmittelproduzenten kritisieren. So sollte dieser Bericht aber nicht verstanden werden“, schreibt Patrick Holden, der Geschäftsführer des Sustainable Food Trust. „Das Lebensmittelsystem besteht aus Politikern, Gesetzgebern, Landwirten, Zulieferunternehmen, Wissenschaftlern, Pädagogen, Importeuren, Exporteuren, Professoren, Händlern und der Öffentlichkeit, sowohl Verbrauchern als auch Bürgern. Jeder kann mit seinem Finger auf den anderen zeigen, aber in Wahrheit sind wir alle schuldig.“ Die Empfehlungen der Verfasser richten sich daher an alle gesellschaftlichen Aktiven. „Es gab schon viele landwirtschaftliche Revolutionen in den letzten 10.000 Jahren der Menschheitsgeschichte. Wir könnten uns inmitten einer neuen befinden und es könnte die wichtigste sein“, schreibt Professor Jules Pretty, University of Essex, im Vorwort der britischen Studie.

Gesa Maschkowski, BZfE-Newsletter Nr. 51 vom 19. Dezember 2018

Weitere Informationen hier


5. Bedrohte Nutztierrassen in Deutschland
Das Wollschwein oder „Mangalitza“ wurde 2019 zum gefährdeten Nutztier des Jahres gekürt.
Mit solchen Ernennungen rückt die Gesellschaft zur Erhaltung alter und gefährdeter Haustierrassen e.V. (GEH) jährlich immer wieder andere, vom Aussterben bedrohte Nutztierarten in den Blickpunkt der Öffentlichkeit, denn Begriffe wie „Artensterben“ oder „Erhalt der biologischen Vielfalt“ assoziieren die meisten Menschen nur mit Wildpflanzen oder Tieren der freien Wildbahn.

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6. Rezept des Monats: Sülze, hausgemacht

Zutaten
für 5 - 6 Gläser à 200 ml

1 kg Schweinsfüße
1 kg Eisbein
20 g Salz
1 l Wasser
6 Pfefferkörner
6 Pimentkörner
4 Nelken
2 Lorbeerblätter
200 g Möhren
200 g Lauch
200 g Sellerie
200 g Petersilienwurzel
Salz
Pfeffer

Zubereitung
  1. Schweinsfüße, Eisbein, Salz und Gewürze in einen großen Topf mit kaltem Wasser geben.
  2. Das Gemüse putzen und als ganze Stücke auf das Fleisch legen.
  3. Wasser aufkochen und ca. 1,5 Stunden leicht köcheln, bis sich das Fleisch gut vom Knochen löst.
  4. Das Gemüse und Fleisch auf separate Teller legen.
  5. Die Brühe durch ein Sieb geben, das mit Küchenpapier ausgelegt ist. So wird das meiste Fett zurück gehalten. Abkühlen lassen.
  6. Bei Bedarf erkalteten Fettrand abschöpfen.
  7. Das Fleisch von den Knochen lösen und klein schneiden.
  8. Die Möhren würfeln und unter das Fleisch mischen.
  9. Möhren und Fleisch locker in die Schraubdeckelgläser geben, mit wieder erhitzter, würzig abgeschmeckter Brühe randvoll auffüllen und heiß verschließen.

Weitere Informationen hier...


7. Veranstaltungen der Ernährungsberatung Rheinland-Pfalz

Den aktuellen Veranstaltungskalender der Ernährungsberatung Rheinland-Pfalz finden Sie hier.
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